Ausgangslage

Heute schon haben 42% der DüsseldorferInnen eine internationale Geschichte (2018: 270.000 von 650.000 DüsseldorferInnen). Viele sind in Deutschland aufgewachsen, nicht wenige erst im Erwachsenenalter nach Deutschland gekommen. Mit ihren diversen Sprachen, Traditionen, Lebensweisen, ästhetischen und künstlerischen Beiträgen machen sie das besondere, weltoffene Flair unserer modernen Stadt aus.

 

BürgerInnen, KünstlerInnen und Intellektuelle unterschiedlicher Herkunft bereichern mit ihren Impulsen das kulturelle Leben unserer Stadt. Sie haben zahlreiche Vereine, sozialer und kultureller Art gegründet und über die Jahre erfolgreich aufgebaut. Vielfalt und Diversität werden auch in Zukunft weiter wachsen. Die Welt ist längst zu Hause in Düsseldorf und Düsseldorf ist Teil einer inzwischen vollkommen vernetzten Welt.

 

Das HAUS DER KULTUREN befördert diesen kulturellen Prozess ganz entscheidend. So bietet ein HAUS DER KULTUREN die Möglichkeit für neue kreative Bündnisse und Zusammenschlüsse. 

Entstehungsgeschichte

Die Forderung nach einem HAUS DER KULTUREN ist nicht neu. Sie besteht seit über 15 Jahren. Die Düsseldorfer Stadtgesellschaft sieht dieses Haus als eine Notwendigkeit an. Dies zeigte sich in sämtlichen von Vereinen und der Stadt initiierten und durchgeführten Beteiligungsprozessen. Von vielen unterschiedlichsten Vereinen ging der Wunsch aus, enger miteinander zusammenzuarbeiten, Kooperationen aufzubauen und Netzwerke zu gründen.

 

Für die Stadt Düsseldorf ist es beispielhaft, dass sich 51 Vereine zusammengetan haben und demokratisch einen Vorstand gewählt haben. Dies war ein komplexer Prozess, der viel Engagement, Begeisterung und Durchhaltevermögen der Beteiligten belegt. Es gibt in NRW keinen anderen Trägerverein mit so vielen Mitgliedsvereinen.

 

Am 13. September 2019 gründeten 51 Vereine als Gründungsmitglieder den Trägerverein

Haus der Kulturen e.V.

Ziele und Profil

Das Düsseldorfer HAUS DER KULTUREN definiert sich als interkulturelles und internationales Begegnungs-, Bildungs-, Informations-, Veranstaltungs-, Kunst- und Kulturzentrum. Dabei steht als inhaltlich übergeordnetes Ziel die Sichtbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung kultureller Vielfalt in der Landeshauptstadt Düsseldorf im Vordergrund.

 

Das HAUS DER KULTUREN steht als Vorbild dafür, dass sich eine multikulturelle Gesellschaft ohne Hass und Angst entwickeln kann. Ein Haus, das für Aufarbeitung und Gemeinsamkeit, aber auch für Mahnung und Erinnerung steht.

 

Das HAUS DER KULTUREN wird eine Plattform bieten für politische und kulturelle Akteure multinationaler Herkunft und ihre Erzählungen und Sichtweisen. Mit dem Ziel, gesellschaftlichen Wandel und ein integratives Verständnis von Gesellschaft und Kultur voranzutreiben. Von der Einwanderergeschichte über neue Formen der Selbstrepräsentation bis zu Diskurs, Begegnung, Café und Feiern. Mit allen Mittel der Kunst und der Kommunikation: Musik, Bildende Kunst, Tanz, Theater, Literatur, Radio und Social Media. Für alle Kulturen, in einer Allianz aller Generationen.

 

Dabei geht es auch um innovative und sichtbare Kollaborationen der migrantischen Akteurinnen und Akteure über die Grenzen des Bewährten hinaus. Das geht nur an einem gemeinsamen Ort.

 

Die Arbeit des HAUS DER KULTUREN ist überparteilich und überkonfessionell gestaltet. Es wird ein Kompetenzzentrum gegen jegliche Form von Diskriminierung sein: gegen (institutionellen) Rassismus, Klassismus, religiösen Fundamentalismus, Antisemitismus und alle Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit – und dies gebührend mit der ganzen Stadtgesellschaft feiern. Gibt es in den Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, rassistischer Anschläge, in Zeiten der Black-Lives-Matter-Bewegung und der viel zu oberflächlich geführten Diskussion um „Parallelgesellschaften“ ein wichtigeres Haus als ein HAUS DER KULTUREN?

Programm

Die Veranstaltungen des HAUS DER KULTUREN fußen auf den drei Säulen: Veranstaltungen der Mitgliedsvereine, ein eigenes kuratiertes Jahresprogramm des Trägervereines sowie Programmpunkte von KooperationspartnerInnen.

 

Die Selbstorganisation sowie die Ressourcen von Düsseldorfer Vereinen, Gruppen und zivilgesellschaftlichen Initiativen werden gefördert. Austausch, Kooperation und Vernetzung bilden die Basis der Zusammenarbeit. Es gibt kein Nebeneinander mehr. Durch verschiedene Kombinationen entsteht ein lebendiges Mosaik, es wird in allen Facetten zusammengesetzt und ausprobiert.

 

Die Aufgabe des HAUS DER KULTUREN besteht darin, Vereinen, KünstlerInnen, Intellektuellen und freien Gruppen eine kulturell und gesellschaftspolitisch offene Plattform für ihre jeweiligen Initiativen zu bieten und mit eigenen Projekten jegliche Grenzen überwindende Zusammenarbeit und Verständigung zu fördern.

 

Das Haus wird KünstlerInnen unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds zusammenführen um überraschende Synergien zu provozieren. Gerade kulturelle Differenzen und Konflikte sollen in den Fokus genommen und auch mit Hilfe kompetenter ReferentInnen diskutiert werden.

 

Mit Aufnahme seines Betriebes wird das Haus seine Kooperationsstrukturen auf- und ausbauen. Interesse haben bereits im Vorfeld mehrere Partner aus Wissenschaft und Kultur bekundet, beispielsweise das Junge Schauspiel, Café Eden, das Tanzhaus NRW, zakk GmbH und die Hochschule Düsseldorf. Weitere Kooperationen mit den Düsseldorfer Kulturinstituten, KünstlerInnen und Kulturschaffenden sind erwünscht.

 

Im Rahmen der kulturellen Bildung sind auch Angebote für und in Kooperation mit Schulen möglich, ein Café als Treffpunkt und kulturelles Zentrum ist ebenfalls wünschenswert.

Organisationsstruktur

Trägerverein HAUS DER KULTUREN e.V.

Die ordentlichen Mitglieder des Vereines bestehen ausschließlich aus juristischen Personen, d.h. Vereinen und gemeinnützigen Organisationen, mit thematischem Bezug zur Arbeit des Hauses. Der Verein wird auch Fördermitglieder haben, die natürliche sowie juristische Personen sein können.

 

Die Mitgliederversammlung bildet die demokratische Basis des Vereines. Der Vorstand führt verantwortlich die Vereinsgeschäfte und wird die Arbeit der geplanten hauptamtlichen Geschäftsführung begleiten, die wiederum als Ansprechpersonen für NetzwerkpartnerInnen und Kooperationen fungieren sollen.

 

Der Vereinsvorstand begleitet die Programmplanung. Die fachliche Zusammenarbeit des Vereins mit der Stadtverwaltung sowie mit VertreterInnen des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Kultur ist durch einen Beirat fest institutionalisiert.